Rissverpressung Keller: wasserführende Risse dauerhaft schließen
Ein Riss in der Kellerwand, durch den Wasser sickert, lässt sich nicht einfach zuspachteln. Wir verpressen ihn unter hohem Druck mit PU-Harz oder Epoxid und füllen ihn damit über den gesamten Wandquerschnitt.
Typische Anzeichen
- Feuchte oder nasse Linie entlang eines Risses in Wand oder Bodenplatte
- Wasser, das bei Regen sichtbar aus einem Riss oder einer Fuge läuft
- Weiße Kalkfahnen und Ablagerungen an Rissen im Beton
- Undichte Arbeitsfugen zwischen Bodenplatte und Wand
- Nasse Stellen an Rohrdurchführungen in Betonwänden
- Rostspuren an Rissen als Hinweis auf angegriffene Bewehrung

Innenseite
Nach dem Aushärten werden die Packer entfernt und die Bohrlöcher bündig mit Mörtel verschlossen.
Injektionsharz
PU-Harz dichtet elastisch ab, Epoxidharz verbindet die Rissufer kraftschlüssig miteinander.
Rissverlauf im Bauteil
Über schräg gesetzte Bohrpacker erreicht das Harz den Riss mitten im Querschnitt statt nur an der Oberfläche.
Erdseitige Rissflanke
Von außen drängt Wasser in den Riss, und genau bis dorthin muss das Injektionsharz vordringen.
Wissen, Schicht für Schicht
Risse im Keller abdichten: vom Packer bis zur gefüllten Rissflanke
Ein wasserführender Riss muss über die ganze Wanddicke gefüllt werden, nicht nur an der Oberfläche. Scrollen Sie durch den Querschnitt: Bohren, Packer setzen, Harz einpressen, bis es an der nächsten Öffnung austritt.
Ansicht und Schnitt einer Beton-Kellerwand
Ablauf der Rissverpressung
- Rissaufnahme
Verlauf, Breite und Zustand werden dokumentiert: wasserführend, feucht oder trocken. Danach richten sich Harz und Packerabstand.
- Bohrungen schräg zum Riss
Die Bohrungen werden im Wechsel links und rechts des Risses schräg gesetzt, sodass sie ihn etwa in Wandmitte treffen.
- Packer setzen
In jede Bohrung kommt ein Packer mit Rückschlagnippel, der mit einer Gummimanschette im Bohrloch abdichtet.
- Harz einpressen bis zum Austritt am nächsten Packer
Das Harz wird am ersten Packer eingepresst, bis es am nächsten austritt. So füllt es den Riss über die ganze Wanddicke und verdrängt das Wasser.
- Packer entfernen, Bohrlöcher schließen
Nach dem Aushärten werden die Packer gezogen und die Bohrlöcher mit Mörtel verschlossen. Der Riss ist dicht, das Wasser bleibt draußen.
PU-Harz
Elastisch, für bewegte und wasserführende Risse. Die schäumende Variante stoppt einströmendes Wasser zuerst, danach wird dauerhaft verpresst.
Epoxidharz
Kraftschlüssig, für ruhende Risse. Es verklebt die Rissflanken fest miteinander und stellt die Tragfähigkeit wieder her.
Welche Risse verpresst werden müssen
Nicht jeder Riss im Keller ist ein Fall für die Injektion. Feine Schwindrisse im Putz sind meist harmlos und betreffen nur die Oberfläche. Anders sieht es bei Rissen aus, die durch die ganze Wand oder Bodenplatte gehen und Wasser führen. Sie zeigen sich als dunkle, feuchte Linien, bei Regen manchmal auch als rinnendes Wasser, oft begleitet von weißen Kalkfahnen, weil das durchsickernde Wasser Kalk aus dem Beton löst und an der Oberfläche ablagert.
Typische Schwachstellen sind Arbeitsfugen zwischen Bodenplatte und Wand, Risse an Fenster- und Türöffnungen, Übergänge zwischen Altbau und Anbau sowie Rohrdurchführungen. Bevor wir injizieren, klären wir, ob der Riss noch arbeitet. Setzungsrisse, die sich weiter öffnen, deuten auf ein statisches Problem hin. In diesem Fall gehört zuerst ein Tragwerksplaner an den Tisch, denn eine Abdichtung ersetzt keine Ursachenbehebung an der Gründung.
PU-Harz oder Epoxid: das richtige Harz für den Riss
Für wasserführende Risse setzen wir Polyurethanharze ein. Steht Wasser unter Druck im Riss, stoppt ein schnell reagierendes, schäumendes PU-Harz zunächst den Wasserfluss. Unmittelbar danach wird ein elastisches PU-Harz nachinjiziert, das den Riss dauerhaft füllt und kleine Bewegungen des Bauteils mitmacht, etwa durch Temperaturwechsel. So bleibt der Riss auch dann dicht, wenn sich seine Breite im Lauf des Jahres leicht verändert.
Epoxidharz verwenden wir, wenn der Riss nicht nur dicht, sondern auch kraftschlüssig geschlossen werden soll. Es verklebt die Rissufer fest miteinander und stellt die Tragfähigkeit des Bauteils wieder her. Dafür muss der Riss allerdings zur Ruhe gekommen und weitgehend trocken sein, denn Epoxid ist starr und würde bei weiteren Bewegungen daneben erneut reißen. Neben den Injektionsharzen setzen wir an undichten Stellen je nach Befund auch spezielle Dichtungsmassen ein. Welches Material passt, entscheiden wir nach Rissbreite, Feuchtezustand und Bewegungsverhalten.
- Sofortiger Stopp von fließendem Wassereintritt
- Dauerhafte Dehnfähigkeit bei Bauteilbewegungen mit PU-Harz
- Kraftschlüssiger Verbund mit Epoxidharz
- Geeignet für WU-Betonkeller und Weiße Wannen
Risse in WU-Beton und Weißen Wannen
Keller aus wasserundurchlässigem Beton, sogenannte Weiße Wannen, brauchen keine zusätzliche Abdichtungsschicht, weil der Beton selbst die Abdichtung ist. Das funktioniert nur, solange er rissfrei bleibt. Schon ein durchgehender Trennriss oder eine schlecht ausgeführte Arbeitsfuge genügt, damit Wasser in den Keller gelangt. Weil es keine zweite Schutzebene gibt, ist die Rissverpressung hier die fachlich richtige und oft die einzig sinnvolle Reparaturmethode.
Wir bohren dazu beidseitig des Risses schräg in das Bauteil, sodass die Bohrungen den Riss in der Tiefe kreuzen, und setzen Injektionspacker. Über diese wird das Harz mit hohem Druck eingepresst, bis es an den benachbarten Packern oder an der Rissoberfläche austritt. Nach dem Aushärten werden die Packer entfernt und die Bohrlöcher verschlossen. Der Riss ist dann über den gesamten Querschnitt gefüllt, nicht nur oberflächlich zugespachtelt.
Fragen zu Rissverpressung
Kann ich einen nassen Riss einfach zuspachteln?
Spachtelmasse oder Silikon schließen nur die Oberfläche. Das Wasser steht dahinter weiter im Riss, sucht sich einen neuen Weg und drückt die Spachtelung früher oder später heraus. Dauerhaft dicht wird ein Riss nur, wenn er über den gesamten Querschnitt gefüllt ist.
Funktioniert die Rissverpressung auch bei gemauerten Kellerwänden?
Bei Beton ist die Rissinjektion das Standardverfahren. In Mauerwerk verteilt sich das Harz auch in Fugen und Hohlräumen, deshalb kombinieren wir dort die Injektion meist mit einer Flächenabdichtung von innen. Welches Vorgehen sinnvoll ist, zeigt die Begutachtung vor Ort.
Wie erkenne ich, ob ein Riss statisch bedenklich ist?
Warnzeichen sind Risse, die breiter werden, schräg über Wandecken verlaufen oder mit klemmenden Türen und Fenstern einhergehen. Mit einfachen Gipsmarken lässt sich beobachten, ob sich ein Riss bewegt. Bei Verdacht auf Setzungen empfehlen wir, vor der Abdichtung einen Tragwerksplaner hinzuzuziehen.
Welches Harz wird für Risse im Keller verwendet?
Für wasserführende Risse, die sich noch bewegen, eignen sich elastische Polyurethanharze, teils als schnell aufschäumendes Harz zum ersten Stoppen des Wassers. Soll der Riss kraftschlüssig geschlossen werden, kommt Epoxidharz zum Einsatz. Welches passt, entscheidet die Rissaufnahme.
Reicht es, einen Riss im Keller zuzuspachteln?
Bei einem trockenen Haarriss manchmal ja, bei einem wasserführenden Riss nicht. Spachtelmasse schließt nur die Oberfläche, das Wasser läuft im Riss weiter und drückt sie heraus. Die Verpressung füllt den Riss über die gesamte Bauteildicke.
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