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Keller von innen abdichten, auch gegen drückendes Wasser

Wenn Feuch­te seit­lich durch die erd­be­rühr­te Kel­ler­wand kommt, muss die Wand selbst ab­ge­dich­tet werden. Wir tun das von innen mit mi­ne­ra­li­schen Dich­tungs­schläm­men, einer sauber aus­ge­bil­de­ten Hohl­keh­le und einem Sa­nier­putz, ganz ohne Erd­ar­bei­ten.

Typische Anzeichen

  • Nasse Flecken, die nach Regenperioden über die ganze Wandfläche wachsen
  • Wasseraustritt am Übergang zwischen Kellerboden und Wand
  • Feuchte Stellen an Rohr- und Kabeldurchführungen
  • Salzausblühungen und abplatzender Putz an bergseitigen Wänden
  • Bitumenanstriche auf der Innenseite, die Blasen werfen und sich lösen
Hand trägt mit der Kelle neuen Putz auf eine Wand auf
Foto: SchimmelPeter®
Schicht für Schicht
  1. Diffusionsoffener Anstrich

    Eine Si­li­kat- oder Kalk­far­be schließt die Wand ab, ohne die Feuch­te­ab­ga­be an die Raum­luft zu be­hin­dern.

  2. Sanierputz

    Der Sa­nier­putz bildet die Nutz­schicht und nimmt Salze aus dem Über­gangs­be­reich ober­halb der Ab­dich­tung auf.

  3. Mineralische Dichtungsschlämme (MDS)

    Meh­re­re Lagen MDS ver­bin­den sich fest mit dem Un­ter­grund und halten Wasser auch unter Druck zurück.

  4. Hohlkehle

    Am Boden-Wand-An­schluss formen wir eine ge­run­de­te Kehle aus Sperr­mör­tel, damit die Ab­dich­tung an dieser Kante nicht ab­reißt.

  5. Erdberührte Außenwand

    Das Mau­er­werk bleibt zur Erd­sei­te hin feucht, des­halb setzen wir die Ab­dich­tung als Ne­ga­tiv­ab­dich­tung auf die In­nen­sei­te.

Wissen, Schicht für Schicht

Keller von innen abdichten: Schicht für Schicht gegen den Wasserdruck

Innen ab­ge­dich­tet wird auf der Seite, von der das Wasser nicht kommt. Die Ab­dich­tung muss des­halb so fest im Un­ter­grund haften, dass der Was­ser­druck aus dem Erd­reich sie nicht ab­drückt. Scrol­len Sie durch den Aufbau.

Schnitt: Erdreich, Kellerwand, Raum

Innenabdichtung einer Kellerwand im SchnittLinks das Erdreich mit Grundwasser, dessen Druck mit der Tiefe zunimmt. In der Mitte die durchfeuchtete Mauerwerkswand. Rechts auf der Raumseite der vorbereitete Untergrund, die Hohlkehle am Boden-Wand-Anschluss, zwei Lagen mineralische Dichtschlämme und der Sanierputz. Der Wasserdruck endet an der Abdichtung, der Raum bleibt trocken.GrundwasserspiegelPositivseite (Erdreich)Negativseite (Raum)12≈ 0,1 bar je MeterWassertiefe (≈ 10 kN/m²)3Untergrund vorbereiten,tragfähig und sauber5Mineralische Dichtschlämme, 2 Lagen,verkrallt im Untergrund6Sanierputz, diffusionsoffen,nimmt Salze im Porenraum auf4Hohlkehle: der kritischeBoden-Wand-AnschlussRaum trocken
Sche­ma­ti­sche Dar­stel­lung. Bei ka­pil­lar auf­stei­gen­der Feuch­te wird die In­nen­ab­dich­tung mit einer Ho­ri­zon­tal­sper­re kom­bi­niert.

Aufbau von außen nach innen

  1. Erdreich und Wasserdruck

    Das Wasser im Erd­reich drückt von außen gegen die Wand. Der hy­dro­sta­ti­sche Druck wächst um etwa 0,1 bar, also rund 10 kN/m², je Meter Was­ser­tie­fe.

  2. Mauerwerk

    Die Wand trägt, dich­tet aber selbst nicht. Hinter einer In­nen­ab­dich­tung bleibt sie durch­feuch­tet, der Raum davor wird tro­cken.

  3. Vorbereiteter Untergrund

    Alter Putz und lose Teile werden bis auf den trag­fä­hi­gen, sau­be­ren Un­ter­grund ent­fernt, denn nur dort kann die Ab­dich­tung haften.

  4. Hohlkehle

    Eine Kehle aus Dicht­mör­tel rundet den Boden-Wand-An­schluss aus, an dem sonst Risse und Was­ser­we­ge ent­ste­hen.

  5. Dichtschlämme (2 Lagen)

    Die mi­ne­ra­li­sche Dicht­schläm­me wird in zwei Lagen auf­ge­tra­gen und ver­krallt sich in den Poren, sodass der Was­ser­druck sie nicht ab­drückt.

  6. Sanierputz

    Der dif­fu­si­ons­of­fe­ne Sa­nier­putz schließt die Wand zum Raum ab und lagert Salze in seinem Po­ren­raum ein, ohne dass die Ober­flä­che aus­blüht.

Wann eine Innenabdichtung die richtige Wahl ist

Nach der reinen Lehre gehört eine Ab­dich­tung auf die Au­ßen­sei­te der Kel­ler­wand, dort­hin, wo das Wasser an­kommt. In der Praxis ist die Au­ßen­sei­te aber oft nicht er­reich­bar: Das Nach­bar­haus steht direkt an der Grenze, eine Garage oder Ter­ras­se ist an­ge­baut, oder das Haus steht am Hang mit Stütz­mau­ern und Trep­pen. In all diesen Fällen ist die In­nen­ab­dich­tung die wirt­schaft­li­che und tech­nisch sinn­vol­le Lösung. Sie spart die Erd­ar­bei­ten und damit bis zu 60 Pro­zent der Kosten einer Au­ßen­auf­gra­bung.

Ein­ge­setzt werden Dicht­schläm­men und mi­ne­ra­li­sche Dicht­sys­te­me, die fest mit dem Mau­er­werk ver­bun­den sein müssen. Mürbe Fugen, lose Steine und alte Be­schich­tun­gen ent­fer­nen wir des­halb voll­stän­dig, Bruch­stein­wän­de ega­li­sie­ren wir mit Sperr­mör­tel. Eine auf­wen­di­ge Vor­trock­nung ist nicht nötig: Die Lösung von Schim­mel­Pe­ter hat eine sehr ge­rin­ge Ober­flä­chen­span­nung und ver­teilt sich selbst in was­ser­ge­sät­tig­tem Mau­er­werk mit über 90 % Durch­feuch­tung. Steigt zu­sätz­lich Feuch­te ka­pil­lar auf, er­gän­zen wir eine Ho­ri­zon­tal­sper­re, denn oft ist erst die Kom­bi­na­ti­on beider Ver­fah­ren die dau­er­haf­te Lösung.

Hohlkehle, MDS und Querwände: die kritischen Details

Die meis­ten un­dich­ten In­nen­ab­dich­tun­gen ver­sa­gen nicht in der Fläche, son­dern an den Über­gän­gen. Der Boden-Wand-An­schluss ist die Schwach­stel­le jedes Kel­lers, weil hier zwei Bau­tei­le auf­ein­an­der­tref­fen, die sich un­ter­schied­lich be­we­gen. Wir öffnen diesen An­schluss und formen eine Hohl­keh­le aus Sperr­mör­tel, über die die Dich­tungs­schläm­me ohne schar­fe Kante vom Boden in die Wand läuft. Rohr- und Ka­bel­durch­füh­run­gen er­hal­ten eigene Dicht­man­schet­ten oder werden ge­zielt ver­presst.

Ein Detail, das oft über­se­hen wird, sind die In­nen­wän­de. Wo eine Quer­wand auf die ab­ge­dich­te­te Au­ßen­wand trifft, kann Feuch­te an der Ab­dich­tung vorbei in die In­nen­wand wan­dern und dort nach oben stei­gen. Des­halb dich­ten wir die An­schluss­be­rei­che der Quer­wän­de ein Stück weit mit ab oder setzen dort eine Ho­ri­zon­tal­sper­re. Nur so bleibt nicht allein die Au­ßen­wand tro­cken, son­dern der ganze Keller, ein­schließ­lich der Räume, die an die sa­nier­te Wand an­gren­zen.

Drückendes Wasser und Hanglagen

Bei ein­fa­cher Bo­den­feuch­te genügt meist eine zwei­la­gi­ge Dich­tungs­schläm­me. Anders sieht es aus, wenn nach Stark­re­gen Wasser mit Druck gegen die Wand steht, etwa bei Häu­sern am Hang oder in Senken, in denen sich Si­cker­was­ser staut. Hier setzen wir auf mehr­la­gi­ge, starre Schläm­men in aus­rei­chen­der Schicht­di­cke und be­zie­hen auch die Bo­den­plat­te mit ein. Was­ser­füh­ren­de Risse werden vorher ver­presst, denn über einen of­fe­nen Riss würde jede Be­schich­tung früher oder später hin­ter­lau­fen.

Wich­tig ist uns, offen zu sagen, was eine In­nen­ab­dich­tung leis­ten kann. Sie hält das Wasser aus dem Raum, das Mau­er­werk da­hin­ter bleibt jedoch feucht. Das ist bau­phy­si­ka­lisch in Ord­nung, so­lan­ge die Ab­dich­tung lü­cken­los ist und die Feuch­te nicht in dar­über­lie­gen­de Ge­schos­se auf­stei­gen kann. Des­halb kom­bi­nie­ren wir die In­nen­ab­dich­tung in Alt­bau­ten fast immer mit einer Ho­ri­zon­tal­sper­re knapp ober­halb der ab­ge­dich­te­ten Zone, damit das Erd­ge­schoss tro­cken bleibt.

  • Mehr­la­gi­ge MDS bei drü­cken­dem Wasser
  • Ein­be­zie­hung der Bo­den­plat­te
  • Vor­he­ri­ges Ver­pres­sen was­ser­füh­ren­der Risse
  • Ho­ri­zon­tal­sper­re ober­halb der Ab­dich­tung

Fragen zu Kellerinnenabdichtung

Kann ich einen Keller von innen selbst abdichten?

Dich­tungs­schläm­me gibt es im Bau­markt, die Tücke liegt aber im Un­ter­grund und in den An­schlüs­sen. Wird die Schläm­me auf alten Putz oder Farbe ge­stri­chen, löst sie sich unter Was­ser­druck wieder ab. Ohne Hohl­keh­le und ab­ge­dich­te­te Quer­wän­de läuft die Feuch­te au­ßer­dem ein­fach um die Ab­dich­tung herum.

Hält eine Innenabdichtung auch bei drückendem Wasser?

Ja, wenn sie dafür aus­ge­legt ist. Bei drü­cken­dem Wasser braucht es mehr­la­gi­ge Schläm­men in aus­rei­chen­der Schicht­di­cke auf einem festen, sau­be­ren Un­ter­grund, und die Bo­den­plat­te muss mit ein­be­zo­gen werden. Ob Ihr Keller Bo­den­feuch­te oder Druck­was­ser aus­ge­setzt ist, klären wir bei der Mes­sung vor Ort.

Warum reicht ein Bitumenanstrich von innen nicht?

Bi­tu­men haftet auf feuch­tem Mau­er­werk schlecht und wird von innen durch den Was­ser­druck von der Wand weg­ge­drückt. Mi­ne­ra­li­sche Dich­tungs­schläm­men ver­bin­den sich da­ge­gen mit dem Un­ter­grund und sind für die An­wen­dung von innen ge­eig­net. Des­halb ent­fer­nen wir alte Bi­tu­men­an­stri­che vor der Sa­nie­rung voll­stän­dig.

Wie stark drückt Wasser auf eine Kellerwand?

Je Meter Was­ser­säu­le steigt der Druck um rund 0,1 bar, das sind etwa eine Tonne Last pro Qua­drat­me­ter. Eine In­nen­ab­dich­tung muss diesem Druck von der Rück­sei­te stand­hal­ten, des­halb wird sie als mi­ne­ra­li­sche Dicht­schläm­me fest mit dem vor­be­rei­te­ten Un­ter­grund ver­bun­den.

Kann man feuchte Kellerwände dauerhaft von innen abdichten?

Ja, wenn der Un­ter­grund trag­fä­hig vor­be­rei­tet ist und die Hohl­keh­le am Boden-Wand-An­schluss sauber aus­ge­bil­det wird. Steigt zu­sätz­lich Feuch­te ka­pil­lar auf, kom­bi­nie­ren wir die In­nen­ab­dich­tung mit einer Ho­ri­zon­tal­sper­re. Welche Kom­bi­na­ti­on nötig ist, zeigt die Mes­sung.

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